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Schorenriet wieder mit Wasser

Seit Anfang April wird das vor Jahrzehnten teilweise trockengelegte Schorenriet wieder vernässt und zwar mit Wasser aus dem Bettenauerweiher. Damit soll das ehemalige Torfmoor regeneriert und die Amphibienfauna gefördert werden.

Das Schorenriet ist Teil eines ehemals ausgedehnten Torfmoors zwischen Oberuzwil und Jonschwil. Ein Teil davon wurde im Mittelalter zum heutigen Bettenauerweiher aufgestaut. Grosse Teile des Moores wurden bis nach 1945 zur Torfgewinnung abgebaut. Der Torf wurde als Heizmittel und im Gartenbau eingesetzt. Ein kleiner Rest östlich des Weihers konnte damals nicht vollständig entwässert werden und ist als Schorenriet bis heute erhalten geblieben. Das Schorenriet ist nicht nur ein Flachmoor von regionaler Bedeutung, sondern zusammen mit dem Bettenauerweiher auch ein Amphibienlaichgebiet von nationaler Bedeutung. Ein Ziel des nun durchgeführten Projekt ist daher auch die Förderung der Amphibienfauna.

Durch Entwässerung bedroht
Im Schorenriet befindet sich noch eine bis zu zwei Meter dicke Torfschicht. Aktive Torfmoore wachsen im Durchschnitt 1mm pro Jahr in die Höhe. Allein die verbliebene Torfschicht benötigte also mindestens 2000 Jahre für ihre Entwicklung. Da der Boden beim Torfabbau teilweise trockengelegt wurde, gelangte Sauerstoff zum nicht mehr vernässten Torf. So hatten Mikroorganismen in den letzten Jahrzehnten Zeit, den Torf zu zersetzen. Bei diesem Prozess entstanden grosse Mengen CO2. Es war daher ein Gebot der Stunde, den Wasserhaushalt des Moors so zu korrigieren, dass die Torfschichten wieder vollständig vernässt werden.

Schorenriet geflutet
Für die Wiedervernässung des Schorenriets mussten umfangreiche Bauarbeiten durchgeführt werden. Das verbuschte und teilweise verwaldete Riet wurde gerodet, bevor die bestehenden Entwässerungsgräben mit Spundwänden verriegelt und mit Torf aufgefüllt werden konnten. Das Wasser wird dadurch länger im Riet zurückgehalten. Damit künftig zudem genügend Wasser ins Riet geführt wird, wurde im Damm des Bettenauerweihers ein Dosierwerk eingebaut. Von hier aus kann Wasser über einen Bewässerungsgraben ins Riet geleitet und grosse Teile des Moors vernässt werden. Im Zusammenhang mit dem Bau des Bewässerungssystems sind zahlreiche flache Gewässer entstanden, welche sich als Laichgewässer für seltene Amphibienarten wie Laubfrosch oder Teichmolch eignen.

Enge fachliche Begleitung
Bei der Regeneration von Mooren muss mit langen Entwicklungszeiten gerechnet werden. Insbesondere die Ausbreitungsgeschwindigkeit der torfbildenden Torfmoose, welche überall im Moor in kleinen Beständen noch vorkommen, ist nicht abschätzbar. Das Projekt ist daher ein Experiment, das fachlich eng begleitet werden muss. Schnell profitieren werden aber sicher die Amphibien, welche besser geeignete Laichgewässer erhalten haben, sowie die Erholungssuchenden, welche das neue und attraktivere Gesicht des Schorenriets geniessen können.
Torfmoor im Schorenriet
 

Datum der Neuigkeit 3. Mai 2018


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