Altlastensanierung in Niederglatt Seite Drucken

4. April 2019
Westlich des Dorfs Niederglatt befindet sich angrenzend an die Glatt eine alte Deponie. Um eine Gewässerverschmutzung zu verhindern, wurde im Frühling 2015 im Sinne einer Sofortmassnahme eine temporäre Verbauung erstellt. Nun liegt das Sanierungskonzept für eine definitive Sicherung vor.

In den Jahren zwischen 1964 und 1971 wurden rund 140'000 m3 Deponiematerial (Bauschutt, Sperrgut, Aushub, Schlacke, Hauskehricht, Gewerbeabfälle) aus der öffentlichen Abfallentsorgung – vorwiegend aus der Gemeinde Uzwil - in einer tieferliegenden Prallhangschlaufe der Glatt abgelagert. Aufgrund der Ufererosion ist dieses Gewässer nun in Gefahr.

Das Ufer der Glatt
Im Rahmen der Altlastenuntersuchung wurde vor rund fünf Jahren festgestellt, dass die Deponie Niederglatt sanierungsbedürftig ist. Damit die fortschreitende Ufererosion keine Abfälle in die Glatt freisetzt und abschwemmt, wurde 2015 als Sofortmassnahme eine temporäre Verbauung mit Raubäumen ausgeführt.

Das Sanierungsprojekt
Der Gemeinderat erteilte einem Ingenieurbüro Ende 2017 den Auftrag zur Ausarbeitung eines definitiven Sanierungskonzeptes. Zwischenzeitlich wurde ein Variantenstudium durchgeführt und mit Kanton und Bund haben diverse Vorprüfungen und Besprechungen stattgefunden; die Ergebnisse sind in das nun vorliegende Auflageprojekt eingeflossen. Um die Deponie langfristig zu sanieren, soll das linksseitige Ufer der Glatt mit 17 inklinanten Steinbuhnen (vom Ufer zur Flussmitte hin errichtete Verbauungen) gesichert werden. Diese lenken die Strömung vom Ufer weg in die Bachmitte und wirken langfristig der Erosion entgegen. Dadurch wird das Bachbett eingeengt, die Durchflussbreite verringert sich und führt gleichzeitig zur Erhöhung der Wassertiefe.

Deponie Niederglatt
Projektplan Deponie Niederglatt

 

Die Kosten
Der Kostenvoranschlag rechnet mit einem Gesamtaufwand von 1,26 Mio. Franken. Daran beteiligt sich der Bund mit rund 40% aus dem VASA-Fond. Gestützt auf die rechtskräftige Verfügung des kantonalen Amtes für Umweltschutz muss der grösste Kostenanteil, nämlich 53,75% der anrechenbaren Untersuchungs- und Sanierungskosten, von der Gemeinde Uzwil getragen werden. Oberuzwil muss als Standortgemeinde das Projekt leiten und 0,7% der Kosten übernehmen. Die restlichen Kosten werden gemäss Kostenverteiler sechs weiteren Regionsgemeinden belastet.

Die öffentliche Auflage
Der Gemeinderat hat das Projekt am 19. März 2019 verabschiedet. Es wird vom 9. April 2019 bis 8. Mai 2019 öffentlich aufgelegt (siehe Kasten). Nach Abschluss des Auflageverfahrens und Vorliegen aller Bewilligungen der kantonalen Instanzen kann die Umsetzung terminiert werden.